Vereinschronik
Der Schützenverein Niedergrunstedt und Umgebung e. V. wurde im Oktober 1991 gegründet. Diese Seite gibt die Chronik wieder, die Hubert Leydolph zum zehnjährigen Bestehen verfasst und vorgetragen hat.
Der Schützenverein Niedergrunstedt und Umgebung e. V. wurde im Oktober 1991 gegründet. Diese Seite gibt die Chronik wieder, die Hubert Leydolph zum zehnjährigen Bestehen verfasst und vorgetragen hat.
September 1991
In der Schlosserwerkstatt von Achim Vent in Niedergrunstedt treffen sich rund 15 Interessierte, um über die Gründung eines Schützenvereins zu sprechen.
1. Oktober 1991
Der Schützenverein Niedergrunstedt und Umgebung e. V. wird gegründet. Die offizielle Gründung vollziehen die Gründungsmitglieder am 14. Oktober 1991. Erster Vereinsvorsitzender ist Ernst Hecker.
Februar 1992
Nach schwierigen Verhandlungen übernimmt der Verein den Schießplatz der Garnison Nr. 28 der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte in Nohra. Vorbereitet wurden die Verhandlungen in Wünsdorf, dem damaligen Sitz der Westgruppe.
1992–1995
Die Auflagen für einen ordnungsgemäßen Betrieb verlangen viel Arbeit: das Gelände wird vollständig eingezäunt, über 100 Bäume und Sträucher werden gepflanzt, der Schießplatz nach deutschem Standard umgebaut und mit einer elektrischen Wurfmaschine ausgestattet.
1993
Die erste Kreismeisterschaft Weimarer Land im Trapschießen wird auf dem Schießstand Nohra ausgerichtet — von da an bis 1998 jedes Jahr durch den Verein.
1995
Das Schützenhaus wird teilrenoviert, unter anderem das Dach. Im selben Jahr stellt der Verein sechsmal den Landesmeister im Trapschießen.
1996
Mit einem Bankdarlehen erwirbt der Verein das Schießplatzgelände und ist seither Alleineigentümer. Im selben Jahr nimmt er am Schützenumzug in Bad Berka teil.
1999
Der Silvester-Flutlichtpokal wird zum ersten Mal ausgetragen, gesponsert durch die Firma Elektro-Schmidt, und gewinnt von Jahr zu Jahr an Beliebtheit unter Trap- und Skeetfreunden. Der Schießstand erhält einen Gästeunterstand.
November 2000
Am 8. November 2000 verschied Schützenfreund Peter Hartmann, eines der aktivsten Mitglieder, an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Zu seinem Gedenken wird die Vereinskanone auf den Namen „Sir Peter“ getauft. Den feierlichen Akt nimmt seine Tochter vor.
2001
Zum zehnjährigen Bestehen zählt der Verein 41 Mitglieder. Nach zehn Jahren steht ein ansprechendes Areal mit Trap-, Skeet- und Rollhasenanlage zur Verfügung.
Am 14. Oktober 1991 vollzogen 15 Gründungsmitglieder die offizielle Gründung.
Die Festrede zum zehnjährigen Bestehen begann mit einem Blick weit zurück. Dieser Abschnitt gibt ihn wieder.
Die Entstehung der Schützengesellschaften ist eng mit dem Aufschwung der mittelalterlichen Städte verbunden, die sich gegen die Übergriffe des Adels und der Fürsten schützen mussten. Schützengesellschaften waren bürgerliche Genossenschaften zur Ausbildung ihrer Mitglieder im Gebrauch von Schusswaffen und zur Pflege von Kameradschaft und Geselligkeit. Ihr Aufbau glich dem der Handwerkerzünfte; an der Spitze standen der Schützenmeister und der Schützenobermeister.
Die allsonntäglichen Schießübungen fanden auf einem Platz vor der Stadt statt — dem Anger, der Schützen- oder Vogelwiese. Die gewöhnlich im Mai stattfindenden Schützenfeste übten bald die gleiche Anziehungskraft aus wie einst die Turniere der Ritter und wurden zu wahren Volksfesten. Diese Seite des Schützenwesens hat sich im Vogelschießen erhalten.
Unter dem Einfluss des Dreißigjährigen Krieges wurden die Schützengesellschaften in militärische Schützenkompanien umgewandelt. Nach 1648 sanken sie zu bürgerlichen Vergnügungsgesellschaften herab. Im 19. Jahrhundert erlangten sie in der Endphase der Befreiungskriege große nationale Bedeutung. Im Juli 1961 schlossen sich die Schützengesellschaften in Gotha zum Deutschen Schützenbund zusammen.
Die Gründung eines Schützenvereins geschah nicht aus einer Verherrlichung des Waffenbesitzes, sondern auch als Reaktion auf eine Zeit, die ihren Bürgern die Verantwortung für den Umgang mit der Waffe absprach. Eine Waffe besitzen zu dürfen, bewusst im Rahmen der geltenden Gesetze, und sich der Verantwortung bewusst zu sein, war eine Dimension der neu gewonnenen Freiheit.
Festrede zum zehnjährigen Bestehen des Schützenvereins Niedergrunstedt und Umgebung e. V., verfasst und gehalten von Hubert Leydolph.